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Archive for Oktober 2018

[Pokédraw] You are a Prisoner just like me


Name: You are a Prisoner just like me
Art: Szene in der Story (Kapitel 2)
Personen: Katarina Brooks & Arktos
Gezeichnet mit: Wacom 24 HD Cintiq
Kommentar: Die Skizze zu diesem Bild ist auf der Arbeit entstanden, als wenig los war. Ich war erstaunt, dass die Skizze schon so gut war, dass man an dem Linen nicht viel ändern musste. Die Szene stammte aus dem zweiten Kapitel, bei dem Katarina Arktos streichelt und sich mit dem Pokémon identifizieren kann, was Gefangenschaft angeht, denn sie fühlt sich in ihrer Stadt auch eingesperrt. Ich finde das Bild gut gelungen, wobei Arktos auf dem Bild viel zu klein geraten war. Aber naja was Größe angeht nimmt Game Freak es nicht so genau oder?

[Pokédraw Story] - Kapitel 2: Verbannung


Video: https://www.youtube.com/watch?v=l7GlAEu_oV4&t=1219s
Der heißeste Tag des Jahres war angebrochen und ich spürte den Schweiß am ganzen Körper. Mein Schlafanzug, mehr eher ein Nachthemd, klebte förmlich an meiner Haut. Die Haare standen ab, feucht als kämen sie aus der Dusche und wurden nur angeföhnt. Ich strich mir kurz durchs Haar, ehe mein Blick auf die Uhr fiel. Es war kurz nach acht.
‚Verflucht!‘, dachte ich und war schon auf den Beinen. Von unten hörte ich meine Mutter, wie sie nach mir rief, nein eher brüllte. Um neun Uhr begann die Versammlung am Rathaus an dem jeder gesunde Bürger teilnehmen musste, auch ich, denn ich sah eher weniger totsterbenskrank aus wie manch andere. Bei dieser Versammlung wurden die Ereignisse der Woche wiederholt und die Pokémon der Reichen zogen irgendeine vorher festgelegte Show vor. Immer schön vor den Anderen angeben. Das konnten sie sehr gut.
Nach einer halben Stunde war ich gewaschen und angezogen. Ich band mir die Haare zu einem Zopf, damit Mutter nicht sah, dass ich sie nicht so gut durchgekämmt hatte, wie sie es sich vorstellte und lief an ihr vorbei ins Freie. Meine Güte war es heiß. Ich wollte wieder gerne den Rückzug ins Haus antreten, als meine Mutter mich weiter nach vorne schob und es fertig brachte mir dabei einen Hut aufzusetzen. Er ließ mich richtig doof aussehen, doch als ich anstalten machte ihn abzusetzen, strafte mich meiner Mama mit einem bösen Blick. Mürrisch setzte ich mich in Bewegung. Am Rathaus warteten schon alle Bewohner der Stadt Little Town und sahen gebannt zu der Bühne hinauf. Der Bürgermeister ein bulliger Mann mit einer Glatze und einen riesigen Schnauzer vor dem Mund nahm das Mikrofon in die Hand und begrüßte die Leute. Ich konnte den Bürgermeister eigentlich gut leiden, doch sein Nachwuchs war mir ein Dorn im Auge, denn dies war meine Feindin Judy. Diese stand ein wenig weg von ihrem Vater und hatte dabei ein blütenweißes mit Verzierung bedecktes Kleid an, das sie wie eine Prinzessin wirken ließ. Sie lächelte, zeigte dabei ihre strahlenden Zähne, während einige Jungen gut drei Meter neben mir sie schmachtend ansahen. Bei diesem Anblick wandte ich mich schaudernd ab.
Plötzlich tippte mich jemand an die Schulter und ich fuhr erschrocken herum. Ein Junge aus meiner Klasse, gut zwei Zentimeter kleiner als ich mit grünen dichten Haaren und blauen Augen lächelte mich so breit an, als wäre es das Schönste so ein missmutiges und miesgelauntes Gesicht anzusehen, welches meines gerade abbildete.
„Hallo Katarina“, sagte er mit seiner im Stimmbruch liegenden Stimme.
„Hi, Yoshitaka“, sagte ich langsam und wollte mich von ihm wegdrehen.
Nicht das ich etwas gegen diesen Jungen hätte. Er war einer der wenigen Jungen, die Judy nicht nachliefen oder sie gar anbeteten. Im Gegenteil er fand sie langweilig, wie er mir einst gestanden hatte, da er sie viel zu mädchenhaft und zickig fand. So und nun kam die Frage: Auf welches Mädchen stand er stattdessen? Richtig – mich…
Öfter als einmal hatte ich ihn beobachtet, wie er mir nach der Schule nachlief und mir oft zugeschaut hatte, wenn ich mit unserem Giflor trainieren musste. Denn er war auch einer der Wenigen in der Stadt, der Pokémon eher interessant fand, statt gefährlich. Das klang alles schön, doch ich fand Yoshitakas unbeholfene und kindliche Art abstoßend, weshalb ich ihm keine Motivation gab, dass ich seine Zuneigung erwiderte.
Während der Bürgermeister von dem Turnier und dessen Sieger berichtete, dass vor einigen Tagen stattgefunden hatte, tippte Yoshitaka mir auf die Schulter.
„Schau mal da drüben“, flüsterte er und zeigte auf etwas Großes kastenförmiges, dass mit einem weißen Tuch abgedeckt wurde. Eine Silhouette von etwas Großem war zu erkennen und ich hob verdutzt die Augenbrauen hoch.
„Was das wohl sein mochte?“, fragte Yoshitaka gespannt und ich zuckte die Achseln.
„Vielleicht ein Pokémon. Etwas langweiliges wie letztes Mal, bei dem sie eine Horde Ratzfratz gefangen hatten“, erwiderte ich gelangweilt.
„Meinst du Letztens, bei denen diese Dinger ausgebrochen und Judys blaues Kleid zerbissen hatten, weil sie dachten, es sei eine große Sinelbeere?“, fragte er kichernd und ich biss mir auf die Lippen, um nicht loszulachen.
Einmal hatte die Stadt ein Nest voller Ratzfratz gefunden und eingefangen. Das Ganze hatte mehrere Tage gedauert bis alle in Käfige gesperrt waren. Bei der Versammlung wurden diese lilaweißfarbigen Ratzfratz mit ihren Beissern präsentiert. An dem Tag hatte Judy ein blaues Kleid an in einer Farbe, die sehr einer Sinelbeere erinnerte. Dadurch, dass sie einen Haarreif mit einer grünen Schleife dazu trug, wurde die Ähnlichkeit noch mehr gestärkt. Judy wollte ein Ratzfratz behalten und hatte einem Wärter befohlen eines heraus zuholen. Der Typ hatte sich sehr dumm angestellt und alle Ratzfratz waren ausgebrochen und waren auf die hilflose Judy zugestürmt und hatten ihr Kleid völlig zerbissen. Danach waren sie geflohen. Jedes Mal, wenn Judy mich ärgerte, erinnerte ich sie genüsslich an dieses Ereignis, während ich das Ganze mit einem spitzbübischen Lächeln noch aufwertete. Sie hingegen wurde zornig und lief jedes Mal rot an vor Wut.
Wir beide lachten leise in uns herein, als der Bürgermeister um Aufmerksamkeit bat und die gesamte Menge verstummte. Das kastenartige Gebilde wurde mit einem Wagen auf die Bühne geschoben und während alle gebannt darauf sahen, erklärte der Bürgermeister, dass die Cyro GmbH kürzlich auf dem Gletscher war, der einige Meilen hinter unserer Stadt war und über unser „idyllisches Städtchen“ wachte. Sie wollten nur das Klima abmessen, als ein Pokémon sie angegriffen und dadurch Lawinen ausgelöst hatte. Dadurch hatten sie zurückgeschlagen und das Pokémon eingesperrt. Bei diesen Worten entfernte der Bürgermeister das Tuch und gaben den Blick zu einem großen Vogel, dessen Gefieder Eisblau waren, der Bauch weiß wie der reinste Schnee und sein Schnabel eher die Farbe von Matschschnee hatte. Die roten Augen dieses Wesens blickten scharf die erstaunten Bewohner an, eher es einen lauten Schrei vernehmen ließ, trotz verbundenen Schnabels.
„Arktos“, hörte ich neben mir Yoshitaka flüstern, der mit großen Augen den Vogel beobachtet.
„Ark… wer?“, wiederholte ich verwirrt.
„Arktos. Das legendäre Eisvogelpokémon“, flüsterte er in einer geheimnisvollen Stimme, „ich dachte, die wären ausgestorben.“
Das dachte ich auch und zwar bei vielen legendären Pokémon. Von ihnen sah man gar nichts mehr, die Hüter der Pokémon, die zusammen mit Menschen einst das Bündnis gesponnen hatten und dann in einer dunklen Epoche alle verschwunden waren. Hier und jetzt eins zu sehen, war doch sehr interessant. Jedoch war es für die restlichen Bewohner eher abschreckend, denn viele jaulten auf und schrien  bei dem Anblick. Sie dachten wirklich, dass dies ein böses Omen war. Das Vogelpokémon mit dem Namen Arktos schüttelte sein Gefieder und versuchte die Ketten loszuwerden, die seinen Schnabel zuhielt. Es war eine gute Vorsichtsmaßnahme es anzuketten, sonst würde es eine mächtige Eisattacke starten.
Der Bürgermeister beschwichtigte, dass Arktos nicht lang blieb und dass die Einwohner keine Angst zu haben brauchten. Erleichterung. Diese Ansage beruhigte viele. Mich machte es eher neugierig, wohin das Pokémon gebracht wurde und als sich die Versammlung auflöste, blieb ich mit Yoshitaka dort, um den Pokémon aus der Nähe zu betrachten. Ich nahm meinen Hut ab und stopfte diese in die Tasche an meinem Gürtel. Vorsichtig ging ich an den Käfig und behielt das Pokémon stets im Blick. Auch wenn es mich nicht angreifen konnte, ich spürte dennoch die Macht, die es ausstrahlte und mir dabei eine Gänsehaut verpasste. Es windete sich und wollte mit seinen Krallen angreifen, als ich mich spontan, wie einer Diener vor seiner Königin, verbeugte. Das Wesen erstarrte in seiner Bewegung und klappte nach einigen zögern die Flügel zusammen. Ich erinnerte mich noch dunkel an die Worte meines Vaters, wie er einst sagte, dass man bei der Begegnung mit einem legendären Pokémon würde- und respektvoll umgehen musste. Dies waren majestätische Geschöpfe und demnach gehörte eine anständige Verbeugung zum guten Ton. Ich hob leicht den Kopf und wirkte verblüfft, als Arktos sein Haupt nach unten neigte und mit einem leisen ja fast hilflosen Fiepen mich grüßte. Ich hob die Hand und hörte Yoshitakas Rufe nicht, der mich davon abhalten wollte, dass Pokémon anzufassen. Ich musste vorsichtig sein, denn der Käfig stand unter Strom und ich würde es riskieren einen Schlag zu bekommen, sollte meine Haut mit dem Metall in Berührung kommen. Es war alles sehr gefährlich, doch ich wollte wissen, ob sein Gefieder so kalt war wie Eis und doch eine friedliche Wärme verströmte. Das Arktos zögerte, doch bald lehnte es den Kopf an meine Hand und schmiegte sich leicht daran. Die Berührung war eisig, doch das war nicht, was mich erstarren ließ. Ich spürte Liebe und Sehnsucht. Das Pokémon wollte weg. Ich ging in die Hocke und betrachtete es seitlich von oben. Konnte es ein Weibchen sein? Hatte es in seinem Nest Eier? Legendäre Pokémon konnten keine Eier vorlegen, jedenfalls die Meisten nicht, aber für Arktos konnte es vorstellbar sein.
„Du sitzt auch in einem Käfig. Genau wie ich“, seufzte ich und lehnte mich gegen das Gitter. Der Vögel ließ ein gedämpftes Fiepen von sich. Zustimmung. Das Leben war einfach nicht gerecht.
„Hey was machst du da?“, rief eine vertraute Stimme und ich fuhr herum. Judy betrat die Bühne, begleitet von ihrem Schwarm an Jungs und ihren kichernden Freundinnen. Die hatte mir nur gefehlt.
„Wonach sieht es denn aus?“, fragte ich und strich noch ein aller letztes Mal über Arktos Gefieder ehe ich mich ganz Judy zu wandte.
„Finger Weg von meinem neuen Pokémon“, drohte sie und ich hob verwundert die Augenbrauen hoch. Ihr neues Pokémon? Mitleidig blickte ich nochmal zu Arktos. Ich konnte mir die vielen Schleifen vorstellen, die dieses verwöhnte Ding an diesem Eisvogelpokémon band und mir wurde schlecht.
„Ich wollte schon immer mal ein legendäres Pokémon besitzen“, sagte Judy schämisch, „mit diesem Pokémon schaffe ich es bestimmt die Turniere zu gewinnen und euer lächerliches Giflor endgültig zu zermatschen.“
Gelächter der Anderen. Meine Ohren wurden rot vor Zorn und würden diese Jungs nicht neben ihr stehen, wie lebende Schutzmauern, ich hätte sie angegriffen und ihr hübsches Gesicht zerkratzt. Das Mädchen verdiente ab und an wirklich eine Ohrfeige, die ihr das Blut gefrieren ließ.
„Wie willst du so ein Pokémon kontrollieren?“, fragte Yoshitaka aufgebracht, „wenn du nicht aufpasst, setzt es die ganze Stadt unter einer dicken Schicht Eis.

„Ach sei still“, fauchte Judy und trat zu mir nach vorne. Sie schubste mich zur Seite und holte aus ihrer Tasche einen Schlüssel hervor.
„NEIN!“, schrien Yoshitaka und ich gleichzeitig, doch kaum hatte Judy den Schlüssel umgedreht und die Tür geöffnet, hörte auch der Strom auf zu fließen, den Arktos bandte. Das Pokémon nutzte seine Chance und attackierte sie mit dem Schnabel und warf sie mit einem Flügelschlag zu Boden. Mehrmals windete sich das Pokémon, ehe es aus dem Käfig hervortrat, mächtig und mit einer eisigen Gefahr, die ich tief in meinen Knochen spürte. Langsam trat es auf mich zu und ich kniff mir erschrocken die Augen zusammen, doch ich spürte nur einen weichen Kopf, der sich gegen meine Wangen schmiegte, ehe ich das Klirren von Ketten hörte und das riesige Arktos einen lauten Schrei ausstieß. Mit bloßer Kraft hatte es die Ketten durchtrennt und ich sah wie Arktos durch seinen Flügelschlag die Luft gefrieren ließ und sogleich fiel ein Schneesturm über unsere Stadt und das Mitten im Sommer. In diesen Moment öffnete es den Schnabel und ein eisiger Strahl schoss heraus und ließ die Straßen gefrieren.
„Eisstrahl!“, rief Yoshitaka hervor, „wenn es Blizzard einsetzt können wir einen Monat mit Schneekratzen beschäftigt sein!“
Klasse einen Monat Schneekratzen in den Ferien. Was Besseres gab es nicht oder? Mühevoll erhob ich mich, während sich die Kälte in meinen Knochen langsam absetzte. Ich hob beide Hände hoch und winkte, um Arktos Aufmerksamkeit zu bekommen.
„LASS DAS!“, schrie ich und das Wesen blickte zu mir herab, „das reicht! Hau lieber ab und komme nicht mehr hier in die Nähe. Wenn du das nächste Mal gefangen wirst, könnte das wirklich für immer sein!“
Das Pokémon zögerte, doch da hörte es die Einwohner, die schnell auf dem Rathausplatz zu rannten mit Pokémon im Schlepptau. Wieder ertönte ein lauter Schrei und das Pokémon flog hoch in die Luft und verschwand in Richtung Wald, nicht ohnehin zu kommen, die ganze Gegend einzufrieren.
Der Bürgermeister war als Erstes bei uns und beugte sich über seine verletzte Tochter. Meine Mutter war schneller bei mir als ich schauen konnte und überreichte mir eine dicke Daunenjacke. Hektisch und besorgt wie sie nun einmal war, wollte sie wissen, was vorgefallen war. Das wollte der Bürgermeister auch wissen und sah verärgert zu den Freundinnen und Verehrern seiner Tochter hinüber.
„S-sie“, stammelte Judy plötzlich und öffnete die Augen.
„Wer sie?“, fragte ihr Vater besorgt, „Engelchen erzähl es mir. Wer war es?“
Als hätte ich es geahnt zeigte sie mit ihrer zitternden Hand auf mich. Ich war wie vom Donner gerührt. Erst befreite sie das gefährliche Pokémon, das unsere Stadt unter einer dicken Schicht Eis bedeckte und dann besaß sie die Frechheit mir die Schuld zu geben! Ehe ich meine Stimme fand, befreite sich Yoshitaka aus den Umarmungen seiner Mutter und trat vor.
„Das ist gelogen! Judy hatte den Schlüssel in der Hand und hatte den Käfig aufgemacht“, sagte er sachlich, „Katarina hat nichts getan. Ich habe es selbst gesehen.“
„Daddy“, fing Judy an zu wimmern, „er lügt! Ich weiß es, denn immerhin ist er doch schon von klein auf in Katarina verliebt! Er deckt sie!“
Wie gerne hätte ich ihr ein Stück Eis in den Mund gestopft nur damit sie die Klappe hielt. Ich spürte die Blicke in meinem Nacken, hörte wie die Glaubwürdigkeit von Yoshitakas Worten immer weiter schwindet, da er durch seine Zuneigung gegenüber mir voreingenommen war. Wer würde nicht seine große Liebe decken? Yoshitaka war sprachlos und sofort wurde er rot im Gesicht. Ich konnte den leicht triumphierenden Blick Judys sehen, auch wenn sie immer noch eine ängstliche Miene aufzog. Da kam Yoshitakas Mutter zu ihm und ich hörte sie keifen, dass sie mit ihrem Sohnemann ein paar Dinge klären musste.
„Warum sollte ich Artkos befreien?“, fragte ich mit fester Stimme.
„Wir haben gesehen, wie du am Käfig standst und dich vor diesem Wesen verbeugt hattest. Du hattest es sogar angefasst!“, rief einer der Verehrer Judys und zustimmendes Gemurmel machte die Runde.
„Aber… woher verdammt nochmal sollte ich den Schlüssel haben?“, fragte ich nun.
„Du hast ihn gestohlen!“, zischte Judy wütend, „wir haben es alle gesehen. Deshalb sind wir dir gefolgt und wollten dich daran hindern. Ich versuchte dich flehend abzuhalten, doch du hast mich weggestoßen und dann… dann“
Das Letzte ging in einem theatralischen Schluchzen unter. Ich war gelähmt vor lauter Zorn. Sie ließ mich als die Schuldige da stellen, damit sie ungeschoren davonkam. Meine Wangen brannten vor Zorn.
„Das ist doch…“, begann ich, doch ich verstummte, als ich in die Gesichter der Einwohner sah, deren Blicke alles sagten, was ich wissen musste.
Wie sie mich alle wütend anstarrten und so leicht alles glaubten, was Miss Lügnerin sagte. Sie alle glaubten, ich hätte Arktos befreit und nicht sie. Wütend wollte ich protestieren, erklären, dass ich nichts damit zu tun hatte, als ich einen Brocken festes Eis ins Gesicht bekam und plötzlich Blut über mein Gesicht lief. Einige Jungen aus meiner Klasse bewarfen mich mit Schnee und Eis.
„VERSCHWINDE!“, schrien sie und die Erwachsenen stimmten mit ein. Erschrocken und den Tränen nah sah ich zu jedem einzelnen, die mich wütend anfunkelten. Judy gackerte leise und erfreute sich über das Unglück, dass sie mir beschert hatte. Einzig und allein meine Mutter wirkte beunruhigt und voller Sorge, ebenso Yoshitaka, der von seiner Mutter und seinen Vater, einen Typen gut zwei Meter groß, festgehalten wurde. Ich konnte die Menge nicht umstimmen. Das war der Nachteil, wenn man das schwarze Schaf in dieser Stadt war und man sich von Vorurteilen verleiten ließ, dass dieses Gör nur Unfug im Kopf hatte.
„Wisst ihr, ich habe eines erkannt, was Arktos und ich gemeinsam haben. Wir beide haben uns eingesperrt und verlassen gefühlt. Und ich glaube, ich werde Arktos nachmachen“, rief ich aus, nachdem ich eingesehen hatte, dass Reden zwecklos war. Also entschloss ich mich das zu machen, was ich am besten konnte: Auf Sturr schalten.
Ich lief genau auf die Einwohner zu, welche sofort den Weg freimachten, als sei ich eine Krankheit oder dergleichen. Ich drehte mich kurz zur Tribüne um und blickte in die Augen des verwunderten Bürgermeisters. Meine Worte purzelten hervor, ehe ich darüber ausführlich nachgedacht hatte.
„Sorgen Sie dafür, dass das Tor geöffnet wird. Ehe die Sonne aufgeht werde ich hier verschwunden sein", sagte ich mit kalter Stimme.  Er wollte den Mund öffnen, um zu protestieren, doch da hatte ich mich schon von ihm abgewandt und war meines Weges nach Hause gelaufen, dass Getuschel hinter mir noch nach mehreren Metern zu hören.

Im Zimmer holte ich aus meinem Schrank einen Reiserucksack und meine kleine Handtasche, die ich mit Klamotten und Essen fülle, bis nichts mehr hineinpasste. Ich verdrängte den Gedanken, dass diese Entscheidung nicht die Beste war, aber ich wollte nicht kneifen und außerdem war es die Chance diesem langweiligen Leben zu entkommen.
Ich war so rasend vor Wut, dass ich nicht bemerkte, wie meine Mutter das Zimmer betrat, das Gesicht mit Sorgenfalten versehen.

"Du gehst nun... genau wie dein Vater", seufzte sie. Ihre Enttäuschung war mehr als deutlich zu hören.
"Nun offensichtlich scheine ich hier das Gesicht völlig verloren zu haben, obwohl ich nichts gemacht habe...", rief ich wütend aus.
"Ich weiß, dass du das nicht warst", sagte sie ruhig. Damit hatte ich nicht gerechnet
Sofort platzte mir endgültig der Kragen. Ich drehte mich zu ihr um und fauchte: "Und wieso hast du mich nicht verteidigt, sowie jede gute Mutter, die ihr Kind verteidigt?"
Meine Mutter sah zu Boden und seufzte.
"So ist es nun mal im Leben. Die einflussreichsten Leute bekommen das Recht und nicht der, der es verdient."
"Danke für den Tipp Mama. Das habe ich auch bemerkt, weshalb aus Judy eine verwöhnte, rotzfreche Göre geworden war."
"Ich weiß", wiederholte Mutter erneut und nahm ein Bild zur Hand, bei dem das Glas kaputt war. Es zeigte mich mit fünf Jahren und neben dran saß mit einem breiten Lächeln Judy. Ja Judy und ich waren einst beste Freunde bis ich sie einmal ausversehen in Gefahr gebracht und sie mir dies nie vergeben hatte. Diese Sache lag Jahre zurück, doch sie vergab mir nicht. Seitdem waren wir Rivalen und das in mehreren Dingen. Sei es Schule, Sport, bei Wettspielen oder wenn es um die Beliebtheit ging, wobei ich als wir Gismara aufgenommen hatten, ich so viel Mühe geben konnte was Beliebtheit anging wie ich wollte. Ich war ab da eine Ausgestoßene.
"Vielleicht schaffe ich es auf der Reise was zu finden, um diesen Aberglauben, dass Pokémon gefährlich sind endgültig zu vernichten", sagte ich leise und wollte der Reise einen Sinn geben. In Wirklichkeit wollte ich nur die Flucht ergreifen.
"Ah ich verstehe. Du willst gerne in die Fußstapfen deines Vaters gehen und dein Heim verlassen? Genauso verschwinden wie er und mich zurücklassen."
"Besser als ihr bleiben und sich zu Tode langweilen, was ich ja quasi jeden Tag mache", sagte ich gereizt und verschloss meinen Rucksack. Ich ging an Mutter vorbei und lief die Treppe hinunter zur Haustür.
"Und was hoffst du zu finden auf dieser langen Reise?", rief meine Mutter wütend aus.
"Vielleicht die Wahrheit zu finden über Rot und seine Pokémon und die Abenteuer, die er erlebt hatte", gab ich als Ausrede und fand die Idee selbst nicht einmal so dumm.
Rot, der legendäre Trainer, der sie alle gefangen hatte. Alle Pokémon die es gab.
Sofort hörte ich das allzu vertraute Stöhnen meiner Mutter.
"Ich bereue es deinem Vater zugesagt zu haben, dir dieses Buch zu geben. DiesesGeschichten haben dir nur Flausen in den Kopf gesetzt."
"Mag sein, aber du kannst es nicht entkräften, oder?"
Kurz wurde es still und meine Mutter schien um Worte zu verlegen. So mochte ich meine Mutter am Liebsten: Ruhig und sprachlos.
"Ich werde gehen, egal was mich erwartet und wenn ich sterbe, dann grüße ich Papa schön von dir", sagte ich und öffnete die Haustür, als eine Hand mich an die Schulter packte und sogleich eine Ohrfeige kassierte.
"So redest du nicht mit mir, Katarina. Ich habe alles in meiner Machtstehende getan, damit du einigermaßen gut leben kannst und so dankst du es?"
Ich hielt mir die Wange mit meiner freien Hand fest und funkelte sie an, bevor ich mein breitestes Grinsen aufsetzte.
"Ja richtig. So danke ich es dir!"
Ich drehte mich auf dem Absatz um und verließ das Haus, kehrte ihm wahrscheinlich für immer den Rücken zu.

Ich lief zügig durch die Straßen der Stadt, ohne die wenigen Personen Beachtung zu schenken, die ihre Arbeit einstellten und mich mit ihren Blicken taxierten. Jeder Schritt wurde für mich schwerer, denn ich verließ sicheres Land und begab mich auf tödliches Territorium. Ich werde aber nicht kneifen und so ging ich trotzig weiter, bis ich vor dem großen Tor stehen blieb.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Einen Schritt noch und ich bin draußen, raus aus der elenden Stadt, den Bewohnern, dem Leben... doch ich hatte Angst und ich war so aufgeregt, dass ich nicht hörte, wie eine Person hinter mir auftauchte und mich an die Schulter antippte. Ich ließ einen erstickenden Schrei von sich und drehte mich erschrocken um. Es war der Bürgermeister persönlich.
"Also glaubst du zu gehen, ändert etwas?", fragte er in einem neutralen Ton
"Ja für mich! Wer hat Lust hier auf ewig in diesen Mauern drin zu sein und immer als der Sündenbock dazustehen", sagte ich trotzig. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er fand mein Verhalten amüsant, denn seine Mundwinkel zuckten leicht. Plötzlich überreichte er mir ein Bündel, welches ich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck entgegennahm.
"Diese Bälle habe ich schon als mein Großvater Bürgermeister war. Ich weiß nicht, ob sie funktionieren, doch einen Versuch ist es wert."
Ich öffnete den Beutel und sah verschiedene Bälle, so ähnlich wie die Cyros-Bälle nur sahen sie farbenfroher aus und einfacher gebaut als diese. Die erste Hälfte war in einem rot, während die andere Hälfte des Balles weiß war. Fragend blickte ich zu dem Bürgermeister auf.
"Das sind Pokébälle. Sie wurden damals dazu verwendet Pokémon zu fangen, nur das war viele Jahre vor meiner Zeit gewesen. Mein Großvater hatte sie von seinem Vater bekommen und diese in einer Truhe versteckt."
"Also könnte das, was in den Geschichten über den legendären Trainer Rot stand tatsächlich stimmen?"
„Möglich wäre es, aber ich könnte nicht weg, um die Wahrheit zu finden. Cryos hat überall seine Augen und Ohren offen und wenn jemand abhaut, um zu forschen, ohne dessen Zustimmung oder Überwachung kann das Böse enden“, sagte er.
„Ich werde es mir merken“, sagte ich und steckte den Beutel in meinen Rucksack. Der Bürgermeister hob die Hand und plötzlich ging das Tor nach draußen auf. Ein letztes Mal drehte ich mich zur Stadt um, die nun friedlich dar lag, trotz des Schnees und Eises von Arktos. Garantiert werde ich sie nicht vermissen. Da musste die Hölle schon einbrechen, damit ich zurückkam. Ich schüttelte dem Bürgermeister die Hand, rückte meinen Rucksack zu Recht und ging durch das Tor und unternahm meine ersten Schritte in den Wald. Kaum war ich einige Meter draußen, ging das Tor langsam zu. Ich sah hinter dem Bürgermeister wie er langsam sich wegdrehte, ehe hinter ihm im Schatten noch ein Junge auftauchte, der ziemlich eilig zum Tor rannte. Anscheinend Yoshitaka. Ich wollte ihm zu rufen und abraten mir zu folgen, obwohl ich ihn liebend gerne hier hätte, denn als das Tor einrastete war nichts als Dunkelheit und Einsamkeit.

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